Verkaufsstart

Die offizielle Vorstellung des ZOE Serienmodells erfolgte am 18. März 2013 in Paris, in der Woche darauf begann Renault in Frankreich mit der Auslieferung. Zu dieser Zeit konnten auch in Deutschland und Österreich bereits Kaufverträge für den ZOE abgeschlossen werden, die Auslieferung erfolgte hier ab Juni 2013. Im Fahrzeugpreis ist der Akkumulator nicht enthalten, er muss für einen von der Fahrleistung und Laufzeit abhängigen Betrag gemietet werden.

Im Laufe der Produktion wurden kleinere Adaptionen durchgeführt. So wurden die Stoffbezugsfarben leicht geändert, sowie einzelne Design-Elemente statt Blau-Chrom durch reine Chrom-Elemente ersetzt.

Modellbezeichnungen / Motorvarianten

Das initiale Serienmodell wurde als Modellbezeichnung Q210 eingeführt. Dieses verfügte über einen Motor von Continental („Q-Motor“), eine Batteriekapazität von 22kWh und eine Nominalreichweite nach NEFZ von 210km. Im Jahr 2015 folgte ein von Renault selbst entwickelter Elektromotor („R-Motor“), der die Ladeleistung des Sytems auf 22kW beschränkte, dafür aber etwas effizienter war und damit mehr Reichweite (240km) erzielte. Diese Ladeleistung ist aufgrund des Chameleon-Ladesystems vom Motor abhängig. In Kombination mit der ursprünglichen Akkukapazität wurde das Modell als R240 bezeichnet und im Q2/2015 eingeführt. Im Jänner 2017 wurde jedoch die Namensgebung geändert und so wurde bei der Motorbezeichnung die Zahl hinter dem Motortyp-Buchstaben von Reichweite auf die kurzzeitige Motorspitzenleistung abgeändert. Somit entstanden die Modellbezeichnungen Q90 (88PS) und R90 (92PS) sowie eine nur in Frankreich verkauftes leistungsreduziertes Modell R75 (77PS). Seit Juni 2018 wird zudem eine modifizierte Motorversion mit 109PS unter dem Namen R110 vertrieben.

Motorbezeichnung Hersteller Nennleistung Spitzenleistung 0-100km/h Verbrauch (/100km) Ladeleistung
Q210 Continental 46 kW / 63 PS 65 kW / 88 PS 13,5 s NEFZ: 14,6 kWh AC: 43kW
R240 Renault 43 kW / 58 PS 68 kW / 92 PS 13,2 s NEFZ: 13,3 kWh AC: 22kW
Q90 Continental 46 kW / 63 PS 65 kW / 88 PS 13,5 s

NEFZ: 14,6 kWh
WLTP: 17,8 kWh

AC: 43kW

R90 Renault 43 kW / 58 PS 68 kW / 92 PS 13,2 s NEFZ: 13,3 kWh
WLTP: 15,9 kWh
AC: 22kW
R75 Renault ? 57kW / 77 PS 15,5 s NEFZ: 13,3 kWh AC: 22kW
R110 Renault 53 kW / 72 PS 80 kW / 109 PS 11,4 s WLTP: 18 kWh AC: 22kW

 

Akkukapazität
Bei Modelleinführung wurde Renault ZOE mit einer Akkukapazität von 25920Wh (knapp 26kWh) ausgestattet. Die nutzbare Kapazität lag dabei je nach Motorvariante bei 22kWh (Q-Motor) bzw 23,3kWh (R-Motor). Durch ein Update des Batterie-Management-Systems kann die nutzbare Kapazität des Q-Modells ebenfalls auf 23,3kWh angehoben werden. Im Oktober 2016 wurde die Akkukapazität auf 41000Wh (ca 40kWh nutzbar) erhöht und unter der ZUsatzbezeichnung „ZE40“ geführt, die 22kWh Variante wurde bis Ende 2018 angeboten.

Studien

Dem ZOE sind insgesamt drei unter dem gleichen Namen vorgestellte Studien vorausgegangen.

Konzeptauto mit Ottomotor (2005)
Die erste Studie war ein im Jahr 2005 vorgestellter Kleinstwagen, mit einer Länge von 3,45 m. Die Studie von 2005 wurde, anders als die geplante Serienversion, nicht elektrisch angetrieben, sondern von einem 1,2 Liter 16V Benzin-Motor mit 73 kW. Dieser entwickelt ein maximales Drehmoment von 145 Nm. Die Kraft wird auf die Vorderräder übertragen. Geschaltet werden die fünf Gänge über die Schaltpaddel am Lenkrad.
Projekt X10 (2008)
Zu Beginn des Jahres 2008 gab Carlos Ghosn, Präsident und Chief Executive Officer von Renault, den Startschuss für das „Projekt X10“ – einen Fünftürer mit den Abmessungen des Renault Clio, der über einen rein elektrischen Antrieb verfügen sollte.

Ende 2008 begann Renault mit ersten Design-Skizzen für ein Großserien-Elektroauto. Um zu unterstreichen, dass der Wechsel vom Verbrennungsmotor auf den Elektroantrieb eine neue Ära einläuten würde, wurden zunächst radikal neue Karosserieformen favorisiert. Die erste Studie trug den Namen Zoe Z.E. Concept. Mit „Z.E.“ (und danach „Zoe“) für zero emission, emissionsfrei. Mit jeder Evolutionsstufe näherten sich die Konzeptfahrzeuge jedoch dem vertrauten Design an. Denn Renault vertrat die Überzeugung, dass eine Revolution pro Auto genügen würde – und die betraf beim „Projekt X10“ den Antrieb.

Das Unternehmen schrieb einen internen Designer-Wettbewerb aus, den Jean Sémériva gewann. Sein Entwurf steht für Klarheit und Emotion. Obwohl nicht extrem, sollte das Serienfahrzeug eindeutig als elektrisches Z.E. Modell zu erkennen sein. Entsprechend dieser Vorgaben greifen beim Renault ZOE Scheinwerfer und getönte Scheiben das technisch wirkende Z.E. Blau auf. Als einziges Serienauto weltweit besitzt der ZOE zudem transparent-blaue Heckleuchten, die erst beim Anschalten des Lichts oder beim Bremsen rot leuchten.

Konzeptauto mit Elektroantrieb (2009)

Auf der IAA 2009 wurde ein elektrisches Konzeptauto namens Renault Zoé Z.E. Concept vorgestellt. Das Fahrzeug wird von einem Elektromotor mit 54 kW Leistung angetrieben und hat schräg angeschlagene Flügeltüren.

Als 2009 der heutige Design-Vorstand Laurens van den Acker zu Renault stieß, verordnete er dem ZOE zudem das neue Markengesicht, ergänzt durch die für alle Elektroautos der Marke Renault bläulich illuminierte Rhombe. Am 28. Juli 2009 präsentierte Jean Sémériva im Technocentre in Guyancourt dem Vorstand das ZOE-Design. Schon damals waren die „versteckten“ hinteren Türgriffe ein markantes Designmerkmal.

Renault Zoé Preview (2010)

Eine dritte Studie, die weitgehend dem Serienfahrzeug entspricht, wurde 2010 als Renault Zoé Preview vorgestellt. Im Juli 2010 war die äußere Formgebung des Renault ZOE zu etwa 90 Prozent abgeschlossen. Renault stellte den Neuling in zwei Stufen vor. Auf dem Pariser Automobilsalon 2010 – dem ersten öffentlichen Auftritt des 100 % elektrischen Kompakten – zog die Studie namens ZOE „Preview“ die Blicke auf sich. Die endgültige Serienversion debütierte dann auf dem Genfer Autosalon im Frühjahr 2012. Die Fachpresse bewertete es positiv, dass es das emotionale Design des ZOE „Preview“ in die Serie geschafft hatte.

Zum damaligen Zeitpunkt war ein Elektromotor mit 60 kW Leistung eingebaut. Die Batterien im Unterboden wurden für ein Akku-Schnellwechselsystem vorbereitet, die automatisch in weniger als drei Minuten ausgetauscht werden konnten. Ein funktionierendes System wurde in Israel durch das kalifornische Unternehmen „Better Place“ initiiert. Traurigerweise musste die Firma jedoch 2013 Insolvenz anmelden.